Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


start

AK-Asyl Oberboihingen

Ein herzliches Willkommen allen Asylsuchenden in Oberboihingen !

Der Arbeitskreis Asyl kümmert sich um die Menschen, die in Oberboihingen in der neuen Asylunterkunft eine Bleibe auf Zeit finden und um die, die dauerhaft hier mit uns leben möchten.

Kontakt: info@ak-asyl-oberboihingen.de


Nächstes Treffen des AK Asyl:

Mittwoch 4. Dezember 2019 um 20:00 Uhr
im evangelischen Gemeindehaus!


Aktuell:

16.11.2019 - Kleidung und Töpfe für neu angekommene Togoleser

Letzter Woche fiel die Entscheidung des Landratsamtes Esslingen: 20 neue Togoleser werden in die Erstunterbringung nach Oberboihingen gebracht. Frau Ingrid Vogel, die Sprecherin des Arbeitskreises Asyl erhielt diese Nachricht auch und reagierte sofort mit einem Hilfeaufruf per Mail an alle Bekannten, Verwandten und Unterstützer des Arbeitskreises:

Ond se frierad en de Badeschlabba, © ak-asyl

„Bringt am Samstag, 16.11.19 bitte warme Kleidung, Schuhe und auch Töpfe und Besteck in die Daimlerstraße! Die neu angekommenen Togoleser, aber auch die anderen Bewohner der Erstunterbringung tragen derzeit noch 'Badeschlappen und kurze Hosen' – das ist für diese Jahreszeit viel zu leicht!“ Viele Oberboihinger Bürger reagierten auf diesen Aufruf und so kamen ab 13 Uhr die ersten Autos mit Kartons voll Kleidung und auch etlichem Geschirr. Die Geflüchteten wussten, dass an diesem Nachmittag Unterstützung gebracht wird und griffen dankbar nach den dicken Jacken, warmen Pullovern und den Jeanshosen. Sobald Kleidung auf die Biertische gelegt wurden, war sie schnell verteilt – alle Schals, Mützen, Handschuhe und die einzelnen Schuhe wurden sofort ausprobiert und in die Zimmer getragen.

Geregelte Ausgabe,© ak-asyl

Frau Ingrid Vogel und die Helferin des Arbeitskreis-Asyls Frau Claudia Frey achteten peinlichst genau darauf, dass jeder Geflüchtete nur jeweils ein Teil pro Sorte nahm, so dass es für möglichst viele Bedürftige reichte. Und erst am Ende des Nachmittags räumte Frau Vogel und Frau Frey die letzten noch nicht verteilten Kleider in den Container. Dort warten sie in beschrifteten Kartons auf die nächste Ausgabe, denn viele der Neuankömmlinge hatten die Kleiderausgabe verpasst.

Am Geschirr-Container, © ak-asyl

Im „Geschirr-Container“ stand Frau Gabi Heiland bereit und freute sich über die abgegebenen Sachen. Sie unterstützt so oft es nötig ist Frau Vogel bei der Geschirrannahme und betreut im Alleingang den Container mit Kinderkleidung. Des Weiteren gibt sie einem gambischen Azubi im dritten Lehrjahr Deutschunterricht. Auch sie hat im Geschirr-Container eine sorgfältige Ordnung und so den Überblick über die verschiedenen Küchenutensilien. Jeder Togolese bekam einen Topf und einen Löffel. Hier war Frau Heiland streng, weil einfach derzeit nur so wenig von diesen wichtigen Dingen vorhanden ist. Die Syrer, Türken und Gambier, die auch um Geschirr fragten, erhielten am heutigen Tag nichts, da sie zuerst die Neuankömmlinge versorgen wollte.

Die Anschlussunterbringung der Daimlerstraße ist derzeit voll besetzt und seit der neuen Zuweisung ist auch die Erstunterbringung bis zum letzten Zimmer ausgebucht. Im Moment sind auch noch eine Handvoll syrischer Männer da und etwa 20 türkische Geflüchtete. Den syrischen Familien konnte die Gemeinde mittlerweile allen Wohnungen im Ortskern von Oberboihingen zuweisen. Hierüber sind vor allem die Frauen froh, denn für sie und die Kinder wäre es in der Anschlussunterbringung sehr unwirtlich.

Doch die jungen Männer aus Togo – mit den Neuankömmlingen sind dies etwa 60 Personen – und die restlichen etwa 10 Gambier ebenso die Türken sind froh und dankbar, dass sie in der Daimlerstraße eine Bleibe gefunden haben und freuen sich über jede Unterstützung.

Und so starten wir noch einen Aufruf an alle Bürger Oberboihingens:

Bitte bringen Sie warme Kleidung für den Winter und Töpfe, Pfannen und Löffel (große und kleine – es gibt derzeit keinen einzigen mehr!) zur Daimlerstraße. Ein Team des Arbeitskreises wird am Samstag, den 23. November von 13 bis 15 Uhr vor Ort sein, Ihre Schätze entgegen nehmen und sofort an alle Bedürftigen verteilen.

Wir sagen jetzt schon im Namen der Geflüchteten ein ganz herzliches Dankeschön für alle Spenden!

c.f.


Datenschutzerklärung des Arbeitskreis Asyl Oberboihingen

Nach den Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist der Arbeitskreis Asyl verpflichtet, auf wesentliche Punkte des Datenschutzes hinzuweisen. Dafür wurde u.a. eine Datenschutz-Informationen und eine Datenschutzerklärung erstellt.


Der AK Asyl sucht dringend weitere Helfer!

Der Arbeitskreis Asyl sucht dringend Unterstützung. Ganz egal, ob Sie viel oder nur wenig Zeit einbringen können, jede Hilfe ist willkommen … ob Fahrdienst, Unterstützung bei Behördengängen oder in der Haushaltsführung … das ist nur ein Bruchteil dessen, wofür wir viele helfende Hände dringend benötigen.
Wir treffen uns jeden 1. Mittwoch im Monat um 20:00 Uhr im ev. Gemeindehaus.
Kommen Sie einfach zum Treffen dazu, völlig unverbindlich können Sie sich dort informieren und alle Fragen loswerden. Wir freuen uns auf SIE…

Die Fahrrad-Werkstatt ist jeden Samstag von 13 – 15 Uhr geöffnet.
(Im Winter nur auf Anfrage)

Weitere Information gibt es im Bereich Arbeitsgruppen.

Über gespendete Fahrräder für Erwachsene und Kinder freuen wir uns sehr. Werkzeuge können wir auch noch gut gebrauchen. Die Fahrräder werden von Mitgliedern des AK-Asyl zusammen mit Geflüchteten repariert.


HelpTo ist ein Hilfe-Portal für Flüchtlinge und Bedürftige in unserer Umgebung. Auf HelpTo kann man eigene Angebote einstellen, auf Gesuche reagieren, interessante Initiativen finden und sich helfend einbringen. HelpTo bringt Hilfesuchende, engagierte Bürgerinnen und Bürger, Initiativen, Organisationen, Unternehmen und Kommunen zusammen.

Hier der Link zum Portal für das Gebiet Esslingen-Nürtingen: es-nuertingen.helpto.de/de


Neue Bildungsangebote

Neue Bildungsangebote der
Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Esslingen (KEB):


Lernhilfe für den ehrenamtlichen Deutschunterricht
Herausgeber: Der Paritätische Gesamtverband
Die Lernhilfe ermöglicht sowohl eine einfache Kommunikation ohne Fremdsprachenkenntisse, in dem die Verständigung über das Zeigen auf Symbole erfolgt, als auch das Erlernen des unter dem Symbol befindlichen, deutschen Wortes. Sie unterliegt der Creative Commons License und darf in unveränderter Form beliebig vervielfältigt werden.


Weitere Berichte

26.10.2019 - Besuch bei der Feuerwehr Oberboihingen

Am Samstag, den 26.10.19 standen die Türen des Feuerwehrmagazins für alle Bürger Oberboihingens weit offen. Der Arbeitskreis Asyl hatte diesen Termin schon im Vorfeld allen Geflüchteten mitgeteilt. Sehr viele syrische Familien und auch eine beachtliche Zahl von jungen und alten Männern aus Syrien und der Türkei folgten dieser Einladung und kamen um 15 Uhr mit großem Interesse zur Besichtigung.

Bei den Fahrzeugen, © ak-asyl

Der stellvertretende Kommandant Bastian Vogel stand schon bereit und führte die etwa 40 Besucher zuerst einmal in die große Garage zu den Feuerwehrautos. Er erklärte die vielen verschiedenen Ausstattungsbesonderheiten der Fahrzeuge und führte das Wichtigste zu Lösch-, Rettungs- und Einsatzmitteln aus. Die Höhe des Löschguppenfahrzeugs und die vielen transportablen herausnehmbaren Pumpen, Leitern und umfangreichen Gerätschaften zur Brandbekämpfung beeindruckten alle sehr. Wann hat man denn die Möglichkeit, diese technischen Spezialfahrzeuge aus nächster Nähe zu sehen und dazu noch so genau erklärt zu bekommen?

Für die Kinder war aber das Wichtigste, als sie hoch hinauf ins Führerhaus oder zu den Sitzplätzen der sechsköpfigen Staffel klettern durften. Die Eltern mussten zum Teil auch einsteigen, denn manche Kinder hatten doch ein wenig Angst vor den imposanten Fahrzeugen. Aber sobald die Kinder dann auf den Sitzen saßen, da schauten sie stolz in die Fotos der Eltern, die diesen besonderen Moment natürlich alle festhalten wollten.

Erklärungen,© ak-asyl

Danach zeigte Herr Bastian Vogel die Einsatzzentrale und erklärte die verschiedenen Funktionen, die computergesteuert funktionieren. Auch die ständig präsente Funkverbindung und die verschiedenen Schritte beim Notrufeinsatz führte er sehr anschaulich aus, so dass die Geflüchteten es verstehen konnten. Aber sie sind mittlerweile ja schon sprachlich auf einem besseren Stand und konnten deshalb selbst Fragen stellen, die Herr Vogel souverän beantwortete. Natürlich war der große Umkleideraum für die Kinder sehr interessant. Der Gruppenführer der Kinderfeuerwehr Florian nahm sich, obwohl sein Einsatz kurz bevorstand, trotzdem die Zeit und präsentierte mit großer Geduld die Stiefel, Handschuhe, den Helm und die schwere Jacke der Schutzkleidung den neugierigen Kindern.

Auch die oberen Räume konnten besichtigt werden, allerdings blieb schon fast keine Zeit mehr für das Vesper des Arbeitskreis Asyl. Denn an diesem Nachmittag hatte ja die Bevölkerung Oberboihingens die Möglichkeit der Jugendfeuerwehr beim Löscheinsatz zuzusehen. Deshalb fuhren nun alle den Berg hinauf zum Acker vor Bauer Becks Hof. Dort wurde gerade ein großer Holzstapel von einem Feuerwehrmann angezündet und schnell breitete sich das Feuer aus.

Löscheinsatz,© ak-asyl

Aber bald schon war das Martinshorn aus Reudern zu hören und auch das Oberboihinger Feuerwehrauto kam zügig beim „Brand“ an. Die Jugendfeuerwehrtruppen beider Orte schlossen flink die Schläuche an und konnten bald schon mit dem „Wasserlöschen“ beginnen. Sie brachten das Feuer schnell unter Kontrolle und wurden von den vielen Zuschauern mit reichlich Applaus belohnt.

Die zuschauenden Kinder wollen nun natürlich alle Feuerwehrmänner werden, aber dafür müssen sie zuerst einmal 10 Jahre alt werden. Dann können sie montags ab 18 Uhr zur Jugendfeuerwehr kommen, die Männer treffen sich an diesem Tag dann um 20.00 Uhr zum Training und zur Schulung. Nach der sehr interessanten Führung von Herrn Vogel und dem tollen Einsatz der Jugendfeuerwehr waren sicherlich auch die Erwachsenen voller Respekt vor dem Können der Feuerwehrleute! Vielleicht entschließt sich einer der Besucher, bei der Feuerwehr in Oberboihingen mitzumachen – jeder ist dort willkommen! Der Arbeitskreis Asyl bedankt sich an dieser Stelle ganz herzlich für die tolle Führung durch Herrn Bastian Vogel und den interessanten Nachmittag.

c.f.


18.10.2019 - Syrisch-deutscher Frauenabend

Am Freitag, den 18. Oktober fand in diesem Jahr der 2. Frauenabend des Arbeitskreises Asyl im evangelischen Gemeindehaus statt. Beim letzten Frauenabend im Mai hatte sich gezeigt, dass die geflüchteten syrischen Frauen diesen geschützten Rahmen gerne nutzen, um offen von ihren Erfahrungen und Erlebnissen zu erzählen. Gerade die Idee, dass weder Kinder noch Männer anwesend sind, gefiel den Frauen besonders gut. Dadurch können auch Themen angesprochen werden, die sonst nie zur Sprache kämen.

„Aber wie konnten die syrischen Frauen sich verständigen und wie konnten die deutschen Frauen die Erzählungen verstehen?“ werden Sie sich vielleicht nun fragen. Nadia Aljabali, eine Geflüchtete aus Syrien, die schon bei einigen Informationsveranstaltungen über ihr Leben und ihre Flucht berichtet hat, beherrscht mittlerweile die deutsche Sprache so gut, dass sie die Lebensgeschichten der syrischen Frauen übersetzen konnte. Als Verstärkung hatte sie ihre Schwester mitgebracht, die zum Teil gleichzeitig zu ihren Ausführungen den syrischen Frauen in ihrer Sprache den Stand der Diskussion übersetzte. Dadurch war gewährleistet, dass alle immer gleichzeitig informiert waren und das Gespräch wegen der Übersetzungsphase nicht zu lange stoppen musste.

© ak-asyl

Der Abend begann mit einer kleinen Vorstellungsrunde, bei dem sich die syrischen Frauen mit ihren nun schon ganz guten Deutschkenntnissen ohne Hilfe vorstellen konnten. Gern wurde der Faden von der nächsten Frau aufgenommen und es entwickelte sich sehr schnell ein lebendiger Austausch über Länder- und Kulturgrenzen hinweg. Zum Schluss bildete das weitergegebene Wollknäuel ein alle verbindendes Netz, das sinnbildlich die verschiedenen Erzählstränge zeigte.

Im Unterschied zum letzten Frauenabend, bei dem Geburt, Familie, die Stellung der Frau und das umfassende Thema „Heimat-Heimweh“ im Vordergrund standen, wurde dieser Abend überschattet von den politischen Entwicklungen im Grenzgebiet der Türkei zu Syrien. Alle syrischen Frauen haben noch Familienangehörige in Syrien und bei einigen lebt die zurückgebliebene Familie sogar in dem derzeit umkämpften Gebiet. Und so berichteten sie alle von ihren großen Sorgen um die Sicherheit ihrer Daheimgebliebenen und der Hilflosigkeit angesichts der Situation.

Und plötzlich rückten die vielen Ängste, die seelischen Narben und Verletzungen und die demütigenden Erlebnisse in Syrien ins Bewusstsein und die Frauen trauten sich, davon zu erzählen. All die leidvollen Erfahrungen standen förmlich im Raum und berührten uns deutsche Frauen sehr. Erst jetzt in Sicherheit und durch das gewonnene Vertrauen ist es den Geflüchteten möglich darüber zu sprechen. Viele berichteten von dem gleichen Traum, der sie nachts heimsucht: Sie stehen in Syrien und fühlen erneut die Angst und Ausweglosigkeit. Und nebenbei fragen sie sich, warum sie nicht mehr im sicheren Deutschland sind. Zum Glück wachen sie dann auf und wissen sich in Frieden und in gesicherter Existenz.

Erzählstränge, © ak-asyl

Bei all den traurigen Themen konnten wir uns aber auch über viele alltägliche Dinge austauschen und oft sogar gemeinsam lachen. Zum Beispiel über die Erzählungen der syrischen Frauen vom Kinobesuch oder ihren Erfahrungen mit dem deutschen Schulwesen beim Elternabend.

Ganz dicht war zum Schluss der Erzählteppich gewebt und wieder ein Stück zusammengewachsen sind die teilnehmenden Frauen dabei. Die Offenheit gegenüber dem Ausgesprochenen und das erlebte Vertrauen, beim „sich zu öffnen“ verstanden zu werden, nahmen sicher alle als wertvolles Geschenk mit nach Hause.

Ein ganz besonderer Dank möchte der Arbeitskreis Asyl Nadia für ihre feinfühlige Moderation des Abends und ihre professionelle Übersetzungsarbeit sagen. Sie wurde nicht müde, allen die Anmerkungen und Erzählungen zu übersetzen und auch aufkommende Fragen gleich in der richtigen Sprache weiterzugeben. Ohne Ihren großartigen Einsatz wäre dieser Abend nicht so aufschlussreich, wertvoll und berührend offen geworden.

Im Frühling nehmen wir die Erzählfäden wieder auf, gerne kommen Sie dazu und gestalten den gemeinsamen Abend mit Ihren Erzählungen mit.

c.f.


21.09.2019 - Die Fahrradwerkstatt feiert

Fahrradwerkstatt Oberboihingen – ein Erfolgsmodell

Vielen Dank; © ak-asyl

Das 333. reparierte Fahrrad war für die Mitglieder des Arbeitskreises Asyl ein toller Anlass, um sich bei den fleißigen Helfern ganz herzlich zu bedanken. Der Gründer und langjährige Organisator der Fahrradwerkstatt Herr Toneguzzo Klein konnte leider nicht bei der kleinen Feier anwesend sein - er weilt derzeit in Italien. Aber seine Lebenspartnerin nahm das Geschenk für ihn entgegen. Und dank der modernen Technik war er mit dem Telefon bei der kleinen Rede dabei.

Toneguzzo Klein; © ak-asyl

Schon seit über 3 Jahren steht Herr Klein an jedem Wochenende in der Fahrradwerkstatt und nimmt die ausrangierten Räder von lieben Spendern entgegen. Die ersten Jahre war die Fahrradwerkstatt im alten Bahnhof von Oberboihingen untergebracht. Aber da dieser derzeit saniert und renoviert wird, musste die Werkstatt in einen Container vor der Anschlussunterbringung in der Daimlerstraße umziehen. Dort haben die Schrauber leider deutlich weniger Platz für ihre Werkzeuge und die abgegebenen Fahrräder. Aber sie machen trotzdem fleißig weiter, öffnen außer im Winter jeden Samstag von 13:00 Uhr bis 15:00 Uhr die kleine Werkstatt und reparieren alles, was abgegeben wird; zur Not eben vor dem Container.

© ak-asyl

Herr Klein ist seit letztem Jahr nicht mehr alleine tätig. Zu seiner großen Freude wird er von zwei Geflüchteten tatkräftig unterstützt und derzeit sogar kompetent vertreten.

Der eine Helfer ist Abdulrahman, ein junger Mann aus Syrien und der zweite auch noch fast jugendliche Unterstützer heißt Atobaran und kommt aus Eritrea. Sie beide haben Herrn Klein anfangs oft über die Schulter geschaut und sehr schnell mit großer Begeisterung mitangepackt. Beide haben in ihren Heimatländern in Handwerksberufen gearbeitet und brachten also schon viel Erfahrung mit. Herr Klein hat sich über die Jahre ein gutes Konzept erarbeitet, wie er die gebrauchten Fahrräder, die nicht immer im besten Zustand sind, wieder instand setzt.

In der Werkstatt; © ak-asyl

Wichtig ist, dass die Räder verkehrssicher werden, also über Reflektoren, korrekte Lichter und funktionsfähige Bremsen verfügen. Mit einer selbst erstellten Checkliste werden die abgegebenen Räder sorgfältig überarbeitet, Probe gefahren und dann erst zum Verkauf angeboten. Und da stehen die Fahrräder dann in Reih und Glied in der Fahrradwerkstatt, ein kleines Zertifikat hängt am Lenker und das Preisschild baumelt daneben. Natürlich ist der Preis nicht hoch – 15 Euro oder bei neuwertigeren Rädern mit vielen Gängen wird auch einmal 25 Euro verlangt. Mit den Einnahmen werden dann Verschleißteile wie Züge, Schläuche und natürlich Birnchen oder Fahrradketten gekauft.

Die Fahrradwerkstatt ist zum Erfolgsmodell geworden, die den Geflüchteten auf Grund des erschwinglichen Preises den Erwerb eines Fahrrades ermöglicht und dadurch Mobilität und Unabhängigkeit schenkt. Ihnen sind sicherlich all die vielen dunkelhäutigen Männer aufgefallen, die zu ihren Sprachkursen oder Arbeitsstellen radeln. Sie alle fahren mit einem Fahrrad, dem Herr Klein und seine Helfer durch die Reparatur ein zweites Leben geschenkt haben. Bei den Sorgen, die uns allen der Klimawandel macht, ist die Fahrradwerkstatt ein doppeltes Glück: Erstens wird Müll vermieden, denn aus „alt oder kaputt“ machen die Schrauber „neu“. Und zweitens ist Fahrradfahren klimaneutral und verursacht keine Abgase!

Unterhaltsamer Nachmittag; © ak-asyl

Die tolle Leistung des „Fahrradwerkstatt-Teams“ und die internationale Zusammenarbeit von Herrn Klein und seinen Helfern ist eine wichtige und starke Säule des Arbeitskreises Asyl. Dies feierten wir nach der Ehrung gerne bei Tee, Obst und Knabbereien.

Gemeinsam mit den Geflüchteten, die in Oberboihingen eine Heimat gefunden haben verbrachten wir einen sehr unterhaltsamen Nachmittag in der Daimlerstraße. Abdulrahman wollte sich übrigens nicht gleich zu uns setzen – er hat die deutsche Gründlichkeit schon verinnerlicht und arbeitete einfach pflichtbewusst bis 15:00 Uhr in der Fahrradwerkstatt weiter. Dann erst holte er das „Geöffnet-Schild“ in den Container, schloss sorgfältig ab und setzte sich bescheidend lächelnd zur geselligen Runde.


Der Arbeitskreises Asyl braucht noch weitere Räder zum Reparieren und Weitergeben an die Geflüchteten!

Falls Sie noch ein altes Rad im Keller haben, bringen Sie es uns doch samstags zwischen 13 und 15 Uhr in der Daimlerstraße vorbei.

c.f.


Alle Berichte zu den Aktivitäten des Arbeitskreis-Asyl-Oberboihingen sind unter Berichte (Archiv) zum Nachlesen zusammengestellt.


Bei Fragen oder Anregungen zur Homepage wenden Sie sich bitte an den Webmaster:
webmaster@ak-asyl-oberboihingen.de

Cookies helfen bei der Bereitstellung von Inhalten. Durch die Nutzung dieser Seiten erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies auf Ihrem Rechner gespeichert werden. Weitere Information
start.txt · Zuletzt geändert: 2019/11/18 10:04 von ak_asyl_admin