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AK-Asyl Oberboihingen

Ein herzliches Willkommen allen Asylsuchenden in Oberboihingen !

Der Arbeitskreis Asyl kümmert sich um die Menschen, die in Oberboihingen in der neuen Asylunterkunft eine Bleibe auf Zeit finden und um die, die dauerhaft hier mit uns leben möchten.

Kontakt: info@ak-asyl-oberboihingen.de


Nächstes Treffen des AK Asyl:

Mittwoch 8. Januar 2020 um 20:00 Uhr
im evangelischen Gemeindehaus!


Aktuell:

06.12.2019 - Weitere Kleiderspenden für Geflüchtete gesucht!

In den vergangenen Wochen haben viele Oberboihinger fleißig Winterkleidung und Haushaltsartikel für unsere neuangekommenen Geflüchteten in der Daimlerstraße gespendet. Vielen Dank dafür!

Jedoch werden um den 12. Dezember noch einige weitere Neuankömmlinge eintreffen und diese sind meist unzureichend für den Winter ausgestattet. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, unsere Kleiderkammer noch einmal vor Weihnachten zu öffnen. Da wir fast keine Jacken und Handschuhe mehr haben, bitten wir erneut um Spenden.

Vielleicht möchten Sie ja noch Platz für die Weihnachtsgeschenke schaffen?

Wir benötigen dringend:
warme Herren-Kleidung, –Schuhe, Schals, Handschuhe, ….
Pfannen, große Töpfe, Schöpflöffel, Löffel, Suppenteller,
Küchenmesser, Schneidebrettchen …
und sonstiges Küchenwerkzeug.

Bitte geben Sie die Sachen am Samstag, 14.12.2019 zwischen 13:00 und 15:00 Uhr in der Daimlerstrasse 20 ab.

Vielen herzlichen Dank!

k.v.


23.11.2019 - Vielen Dank für die tolle Spendenbereitschaft

Im letzten Artikel des Arbeitskreises Asyl haben wir von der bedürftigen Situation der neu angekommenen Togolesen berichtet und um warme Kleider und Besteck gebeten. Viele Bürger Oberboihingens haben dies gelesen und in Ihren Schränken nachgeforscht, ob sie etwas hergeben können. Und sie wurden fündig und haben sich am Samstag, den 23.11. auf den Weg in die Daimlerstraße gemacht. Bestückt mit warmen Winterjacken und kuscheligen Pullovern fuhren Autos vor, andere Spender trugen randvoll gefüllte Wäschekörbe mit Winterkleidung, viele Menschen brachten Küchenutensilien und in vielen Kartons stapelten sich die heiß begehrten Töpfe und Pfannen. Ein Mann brachte sogar einen komplett gefüllten Besteckkasten - innerhalb nur wenigen Minuten waren die Bestecksets verteilt und kein einziger Löffel mehr übrig. Die restlichen Gabeln, Teller, Schüsseln und Gläser sind nun im „Geschirrcontainer“ – sie werden bei Bedarf ausgegeben.

Verteilung der Spenden, © ak-asyl

Die Not ist groß und so kam es auch zu vorschnellem und eigenständigem Verteilen der abgegebenen Spenden. Das bewährte Team des Arbeitskreises, Frau Vogel, Frau Heiland und Frau Frey konnte manches Mal gar nicht schnell genug die Körbe und Kartons entgegennehmen, die Togolesen nahmen sich die benötigten Dinge selbst heraus. Das war nicht in unserem Sinne, denn wir wollen alle Spenden gerecht verteilen und sind sehr darauf bedacht, dass auch wirklich jeder gut versorgt wird. Von daher bitten wir die Spender um Nachsicht und Verständnis, wenn es zu undurchschaubaren Situationen kam und in einem Fall sogar das Transportgefäß verloren ging.

Die Togolesen freuten sich mächtig über die warmen Sachen, für fast jeden reichte es auch noch ein Handtuch und am Ende des Nachmittags hatte wirklich jeder genügend Kochbesteck. Mit dem Gruppenfoto wollen die Geflüchteten Danke sagen all jenen, die ihnen etwas schenkten.

Vielen Dank an die Oberboihinger, © ak-asyl

Die Spendenbereitschaft der Oberboihinger war überwältigend! Wir haben viele Dinge gleich verteilt und konnten sogar manches auf Vorrat in unsere Container verstauen. Wir werden die Sachen in den nächsten Wochen austeilen, wenn wir einen Überblick haben, welcher Bewohner der Erstunterbringung noch welche Dinge benötigt. Der Arbeitskreis Asyl sagt all den vielen edlen Spender ein ganz herzliches Dankeschön.

Es war ein vorgezogenes Weihnachten für die Geflüchteten! Achten Sie einfach in den nächsten Wochen auf die Kleidung der dunkelhäutigen Menschen. Wer weiß, vielleicht sehen Sie Ihre mit Fell gefütterte Winterjacke, den Anorak, die kuschelige Mütze oder Ihren warmen Pullover auf der Straße wieder? Dann bewahrheitet sich das kluge Zitat: „Schenken macht zwei Menschen reicher“.

c.f.


Datenschutzerklärung des Arbeitskreis Asyl Oberboihingen

Nach den Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist der Arbeitskreis Asyl verpflichtet, auf wesentliche Punkte des Datenschutzes hinzuweisen. Dafür wurde u.a. eine Datenschutz-Informationen und eine Datenschutzerklärung erstellt.


Der AK Asyl sucht dringend weitere Helfer!

Der Arbeitskreis Asyl sucht dringend Unterstützung. Ganz egal, ob Sie viel oder nur wenig Zeit einbringen können, jede Hilfe ist willkommen … ob Fahrdienst, Unterstützung bei Behördengängen oder in der Haushaltsführung … das ist nur ein Bruchteil dessen, wofür wir viele helfende Hände dringend benötigen.
Wir treffen uns jeden 1. Mittwoch im Monat um 20:00 Uhr im ev. Gemeindehaus.
Kommen Sie einfach zum Treffen dazu, völlig unverbindlich können Sie sich dort informieren und alle Fragen loswerden. Wir freuen uns auf SIE…

Die Fahrrad-Werkstatt ist jeden Samstag von 13 – 15 Uhr geöffnet.
(Im Winter nur auf Anfrage)

Weitere Information gibt es im Bereich Arbeitsgruppen.

Über gespendete Fahrräder für Erwachsene und Kinder freuen wir uns sehr. Werkzeuge können wir auch noch gut gebrauchen. Die Fahrräder werden von Mitgliedern des AK-Asyl zusammen mit Geflüchteten repariert.


HelpTo ist ein Hilfe-Portal für Flüchtlinge und Bedürftige in unserer Umgebung. Auf HelpTo kann man eigene Angebote einstellen, auf Gesuche reagieren, interessante Initiativen finden und sich helfend einbringen. HelpTo bringt Hilfesuchende, engagierte Bürgerinnen und Bürger, Initiativen, Organisationen, Unternehmen und Kommunen zusammen.

Hier der Link zum Portal für das Gebiet Esslingen-Nürtingen: es-nuertingen.helpto.de/de


Neue Bildungsangebote

Neue Bildungsangebote der
Katholischen Erwachsenenbildung im Landkreis Esslingen (KEB):


Lernhilfe für den ehrenamtlichen Deutschunterricht
Herausgeber: Der Paritätische Gesamtverband
Die Lernhilfe ermöglicht sowohl eine einfache Kommunikation ohne Fremdsprachenkenntisse, in dem die Verständigung über das Zeigen auf Symbole erfolgt, als auch das Erlernen des unter dem Symbol befindlichen, deutschen Wortes. Sie unterliegt der Creative Commons License und darf in unveränderter Form beliebig vervielfältigt werden.


Weitere Berichte

16.11.2019 - Kleidung und Töpfe für neu angekommene Togolesen

Letzter Woche fiel die Entscheidung des Landratsamtes Esslingen: 20 neue Togoleser werden in die Erstunterbringung nach Oberboihingen gebracht. Frau Ingrid Vogel, die Sprecherin des Arbeitskreises Asyl erhielt diese Nachricht auch und reagierte sofort mit einem Hilfeaufruf per Mail an alle Bekannten, Verwandten und Unterstützer des Arbeitskreises:

Ond se frierad en de Badeschlabba, © ak-asyl

„Bringt am Samstag, 16.11.19 bitte warme Kleidung, Schuhe und auch Töpfe und Besteck in die Daimlerstraße! Die neu angekommenen Togoleser, aber auch die anderen Bewohner der Erstunterbringung tragen derzeit noch 'Badeschlappen und kurze Hosen' – das ist für diese Jahreszeit viel zu leicht!“ Viele Oberboihinger Bürger reagierten auf diesen Aufruf und so kamen ab 13 Uhr die ersten Autos mit Kartons voll Kleidung und auch etlichem Geschirr. Die Geflüchteten wussten, dass an diesem Nachmittag Unterstützung gebracht wird und griffen dankbar nach den dicken Jacken, warmen Pullovern und den Jeanshosen. Sobald Kleidung auf die Biertische gelegt wurden, war sie schnell verteilt – alle Schals, Mützen, Handschuhe und die einzelnen Schuhe wurden sofort ausprobiert und in die Zimmer getragen.

Geregelte Ausgabe,© ak-asyl

Frau Ingrid Vogel und die Helferin des Arbeitskreis-Asyls Frau Claudia Frey achteten peinlichst genau darauf, dass jeder Geflüchtete nur jeweils ein Teil pro Sorte nahm, so dass es für möglichst viele Bedürftige reichte. Und erst am Ende des Nachmittags räumte Frau Vogel und Frau Frey die letzten noch nicht verteilten Kleider in den Container. Dort warten sie in beschrifteten Kartons auf die nächste Ausgabe, denn viele der Neuankömmlinge hatten die Kleiderausgabe verpasst.

Am Geschirr-Container, © ak-asyl

Im „Geschirr-Container“ stand Frau Gabi Heiland bereit und freute sich über die abgegebenen Sachen. Sie unterstützt so oft es nötig ist Frau Vogel bei der Geschirrannahme und betreut im Alleingang den Container mit Kinderkleidung. Des Weiteren gibt sie einem gambischen Azubi im dritten Lehrjahr Deutschunterricht. Auch sie hat im Geschirr-Container eine sorgfältige Ordnung und so den Überblick über die verschiedenen Küchenutensilien. Jeder Togolese bekam einen Topf und einen Löffel. Hier war Frau Heiland streng, weil einfach derzeit nur so wenig von diesen wichtigen Dingen vorhanden ist. Die Syrer, Türken und Gambier, die auch um Geschirr fragten, erhielten am heutigen Tag nichts, da sie zuerst die Neuankömmlinge versorgen wollte.

Die Anschlussunterbringung der Daimlerstraße ist derzeit voll besetzt und seit der neuen Zuweisung ist auch die Erstunterbringung bis zum letzten Zimmer ausgebucht. Im Moment sind auch noch eine Handvoll syrischer Männer da und etwa 20 türkische Geflüchtete. Den syrischen Familien konnte die Gemeinde mittlerweile allen Wohnungen im Ortskern von Oberboihingen zuweisen. Hierüber sind vor allem die Frauen froh, denn für sie und die Kinder wäre es in der Anschlussunterbringung sehr unwirtlich.

Doch die jungen Männer aus Togo – mit den Neuankömmlingen sind dies etwa 60 Personen – und die restlichen etwa 10 Gambier ebenso die Türken sind froh und dankbar, dass sie in der Daimlerstraße eine Bleibe gefunden haben und freuen sich über jede Unterstützung.

Wir sagen jetzt schon im Namen der Geflüchteten ein ganz herzliches Dankeschön für alle Spenden!

c.f.


26.10.2019 - Besuch bei der Feuerwehr Oberboihingen

Am Samstag, den 26.10.19 standen die Türen des Feuerwehrmagazins für alle Bürger Oberboihingens weit offen. Der Arbeitskreis Asyl hatte diesen Termin schon im Vorfeld allen Geflüchteten mitgeteilt. Sehr viele syrische Familien und auch eine beachtliche Zahl von jungen und alten Männern aus Syrien und der Türkei folgten dieser Einladung und kamen um 15 Uhr mit großem Interesse zur Besichtigung.

Bei den Fahrzeugen, © ak-asyl

Der stellvertretende Kommandant Bastian Vogel stand schon bereit und führte die etwa 40 Besucher zuerst einmal in die große Garage zu den Feuerwehrautos. Er erklärte die vielen verschiedenen Ausstattungsbesonderheiten der Fahrzeuge und führte das Wichtigste zu Lösch-, Rettungs- und Einsatzmitteln aus. Die Höhe des Löschguppenfahrzeugs und die vielen transportablen herausnehmbaren Pumpen, Leitern und umfangreichen Gerätschaften zur Brandbekämpfung beeindruckten alle sehr. Wann hat man denn die Möglichkeit, diese technischen Spezialfahrzeuge aus nächster Nähe zu sehen und dazu noch so genau erklärt zu bekommen?

Für die Kinder war aber das Wichtigste, als sie hoch hinauf ins Führerhaus oder zu den Sitzplätzen der sechsköpfigen Staffel klettern durften. Die Eltern mussten zum Teil auch einsteigen, denn manche Kinder hatten doch ein wenig Angst vor den imposanten Fahrzeugen. Aber sobald die Kinder dann auf den Sitzen saßen, da schauten sie stolz in die Fotos der Eltern, die diesen besonderen Moment natürlich alle festhalten wollten.

Erklärungen,© ak-asyl

Danach zeigte Herr Bastian Vogel die Einsatzzentrale und erklärte die verschiedenen Funktionen, die computergesteuert funktionieren. Auch die ständig präsente Funkverbindung und die verschiedenen Schritte beim Notrufeinsatz führte er sehr anschaulich aus, so dass die Geflüchteten es verstehen konnten. Aber sie sind mittlerweile ja schon sprachlich auf einem besseren Stand und konnten deshalb selbst Fragen stellen, die Herr Vogel souverän beantwortete. Natürlich war der große Umkleideraum für die Kinder sehr interessant. Der Gruppenführer der Kinderfeuerwehr Florian nahm sich, obwohl sein Einsatz kurz bevorstand, trotzdem die Zeit und präsentierte mit großer Geduld die Stiefel, Handschuhe, den Helm und die schwere Jacke der Schutzkleidung den neugierigen Kindern.

Auch die oberen Räume konnten besichtigt werden, allerdings blieb schon fast keine Zeit mehr für das Vesper des Arbeitskreis Asyl. Denn an diesem Nachmittag hatte ja die Bevölkerung Oberboihingens die Möglichkeit der Jugendfeuerwehr beim Löscheinsatz zuzusehen. Deshalb fuhren nun alle den Berg hinauf zum Acker vor Bauer Becks Hof. Dort wurde gerade ein großer Holzstapel von einem Feuerwehrmann angezündet und schnell breitete sich das Feuer aus.

Löscheinsatz,© ak-asyl

Aber bald schon war das Martinshorn aus Reudern zu hören und auch das Oberboihinger Feuerwehrauto kam zügig beim „Brand“ an. Die Jugendfeuerwehrtruppen beider Orte schlossen flink die Schläuche an und konnten bald schon mit dem „Wasserlöschen“ beginnen. Sie brachten das Feuer schnell unter Kontrolle und wurden von den vielen Zuschauern mit reichlich Applaus belohnt.

Die zuschauenden Kinder wollen nun natürlich alle Feuerwehrmänner werden, aber dafür müssen sie zuerst einmal 10 Jahre alt werden. Dann können sie montags ab 18 Uhr zur Jugendfeuerwehr kommen, die Männer treffen sich an diesem Tag dann um 20.00 Uhr zum Training und zur Schulung. Nach der sehr interessanten Führung von Herrn Vogel und dem tollen Einsatz der Jugendfeuerwehr waren sicherlich auch die Erwachsenen voller Respekt vor dem Können der Feuerwehrleute! Vielleicht entschließt sich einer der Besucher, bei der Feuerwehr in Oberboihingen mitzumachen – jeder ist dort willkommen! Der Arbeitskreis Asyl bedankt sich an dieser Stelle ganz herzlich für die tolle Führung durch Herrn Bastian Vogel und den interessanten Nachmittag.

c.f.


18.10.2019 - Syrisch-deutscher Frauenabend

Am Freitag, den 18. Oktober fand in diesem Jahr der 2. Frauenabend des Arbeitskreises Asyl im evangelischen Gemeindehaus statt. Beim letzten Frauenabend im Mai hatte sich gezeigt, dass die geflüchteten syrischen Frauen diesen geschützten Rahmen gerne nutzen, um offen von ihren Erfahrungen und Erlebnissen zu erzählen. Gerade die Idee, dass weder Kinder noch Männer anwesend sind, gefiel den Frauen besonders gut. Dadurch können auch Themen angesprochen werden, die sonst nie zur Sprache kämen.

„Aber wie konnten die syrischen Frauen sich verständigen und wie konnten die deutschen Frauen die Erzählungen verstehen?“ werden Sie sich vielleicht nun fragen. Nadia Aljabali, eine Geflüchtete aus Syrien, die schon bei einigen Informationsveranstaltungen über ihr Leben und ihre Flucht berichtet hat, beherrscht mittlerweile die deutsche Sprache so gut, dass sie die Lebensgeschichten der syrischen Frauen übersetzen konnte. Als Verstärkung hatte sie ihre Schwester mitgebracht, die zum Teil gleichzeitig zu ihren Ausführungen den syrischen Frauen in ihrer Sprache den Stand der Diskussion übersetzte. Dadurch war gewährleistet, dass alle immer gleichzeitig informiert waren und das Gespräch wegen der Übersetzungsphase nicht zu lange stoppen musste.

© ak-asyl

Der Abend begann mit einer kleinen Vorstellungsrunde, bei dem sich die syrischen Frauen mit ihren nun schon ganz guten Deutschkenntnissen ohne Hilfe vorstellen konnten. Gern wurde der Faden von der nächsten Frau aufgenommen und es entwickelte sich sehr schnell ein lebendiger Austausch über Länder- und Kulturgrenzen hinweg. Zum Schluss bildete das weitergegebene Wollknäuel ein alle verbindendes Netz, das sinnbildlich die verschiedenen Erzählstränge zeigte.

Im Unterschied zum letzten Frauenabend, bei dem Geburt, Familie, die Stellung der Frau und das umfassende Thema „Heimat-Heimweh“ im Vordergrund standen, wurde dieser Abend überschattet von den politischen Entwicklungen im Grenzgebiet der Türkei zu Syrien. Alle syrischen Frauen haben noch Familienangehörige in Syrien und bei einigen lebt die zurückgebliebene Familie sogar in dem derzeit umkämpften Gebiet. Und so berichteten sie alle von ihren großen Sorgen um die Sicherheit ihrer Daheimgebliebenen und der Hilflosigkeit angesichts der Situation.

Und plötzlich rückten die vielen Ängste, die seelischen Narben und Verletzungen und die demütigenden Erlebnisse in Syrien ins Bewusstsein und die Frauen trauten sich, davon zu erzählen. All die leidvollen Erfahrungen standen förmlich im Raum und berührten uns deutsche Frauen sehr. Erst jetzt in Sicherheit und durch das gewonnene Vertrauen ist es den Geflüchteten möglich darüber zu sprechen. Viele berichteten von dem gleichen Traum, der sie nachts heimsucht: Sie stehen in Syrien und fühlen erneut die Angst und Ausweglosigkeit. Und nebenbei fragen sie sich, warum sie nicht mehr im sicheren Deutschland sind. Zum Glück wachen sie dann auf und wissen sich in Frieden und in gesicherter Existenz.

Erzählstränge, © ak-asyl

Bei all den traurigen Themen konnten wir uns aber auch über viele alltägliche Dinge austauschen und oft sogar gemeinsam lachen. Zum Beispiel über die Erzählungen der syrischen Frauen vom Kinobesuch oder ihren Erfahrungen mit dem deutschen Schulwesen beim Elternabend.

Ganz dicht war zum Schluss der Erzählteppich gewebt und wieder ein Stück zusammengewachsen sind die teilnehmenden Frauen dabei. Die Offenheit gegenüber dem Ausgesprochenen und das erlebte Vertrauen, beim „sich zu öffnen“ verstanden zu werden, nahmen sicher alle als wertvolles Geschenk mit nach Hause.

Ein ganz besonderer Dank möchte der Arbeitskreis Asyl Nadia für ihre feinfühlige Moderation des Abends und ihre professionelle Übersetzungsarbeit sagen. Sie wurde nicht müde, allen die Anmerkungen und Erzählungen zu übersetzen und auch aufkommende Fragen gleich in der richtigen Sprache weiterzugeben. Ohne Ihren großartigen Einsatz wäre dieser Abend nicht so aufschlussreich, wertvoll und berührend offen geworden.

Im Frühling nehmen wir die Erzählfäden wieder auf, gerne kommen Sie dazu und gestalten den gemeinsamen Abend mit Ihren Erzählungen mit.

c.f.


Alle Berichte zu den Aktivitäten des Arbeitskreis-Asyl-Oberboihingen sind unter Berichte (Archiv) zum Nachlesen zusammengestellt.


Bei Fragen oder Anregungen zur Homepage wenden Sie sich bitte an den Webmaster:
webmaster@ak-asyl-oberboihingen.de

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start.txt · Zuletzt geändert: 2019/12/06 19:54 von ak_asyl_admin